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Die Jahresuhr steht niemals still...

Aktualisiert: 28. Aug 2019

Sommerliche Grüße aus Dertingen liebe Rebstockpaten,




Die Zeit vergeht wie im Fluge.


Gerade noch war es Anfang Mai und ich habe Ihnen vom Austrieb der Reben berichtet und von unseren Ängsten was die Spätfröste betrifft.

Und schon haben wir die Mitte des Jahres überschritten und wir gehen mit großen Schritten in Richtung Herbst.


Aber nicht so schnell.


In der letzten Benachrichtigung

erzählte ich Ihnen, dass wir die Eisheiligen mit nur leichten Frostschäden, relativ gut überstanden haben.

Die geschädigten Flächen hatten nach 2-3 Wochen ihren Schock verarbeitet und fingen wieder langsam an neu zu treiben.

Die Rebe ist ja ein Überlebenskünstler; wenn Sie geschädigt wird, versucht sie mit allen Mitteln das Überleben zu sichern. Man kann das gut daran erkennen, dass um die geschädigten Austriebesaugen, die „Kranzaugen“ zu wachsen beginnen und junge Triebe zu sehen sind, mehrere.

Mit Glück auch noch fruchttragende Triebe, denn mit den ersten Blättern schiebt sich auch schon die kleine Vorstufe zur Traube mit raus.

Wir müssen dann sehen, dass die überflüssigen Triebe baldmöglichst ausgebrochen werden.

Es wird sonst alles zu buschig und Luft und Sonne können die Blätter nach Regenfällen nicht gut austrocknen.


Gerade günstig für diese wüchsige Zeit

kam der ersehnte Regen und das warme Wetter und so müssen unsere Wengerter flott durch die Weinberge, um die nach oben schießenden Triebe zu bändigen.

Die unteren doppelten Drähte, die über den Winter aus der Verankerung ausgehängt waren, müssen nun wieder eingehängt werden. Bei diesem Arbeitsgang werden, die schon etwas längeren Triebe, mit hoch gehängt, um ihnen die Wuchsrichtung anzuzeigen.

Anfang Juni, wenn die Wetterbedingungen günstig sind, können die jungen Blatttriebe schon mal eine Handbreite am Tag wachsen. Das hält uns ganz schön in Trab.


Auch am Boden

sind unsere eingesäten Kräuter und Leguminosen, gut gewachsen und dienen als Bienenweide für unsere Bienen, Wildbienen und anderen Insekten. Wenn man durch die Weinberge spaziert, kann man es brummen und summen hören. Ein wundervoller Anblick!

Wenn die Einsaat zu hoch wird und in die Zeile einwächst, muss Martin mit einem speziellen Gerät die Bienenweide nieder walzen. Gleichzeitig kann er unter den Zeilen mit den entsprechenden Scheiben, die Erdkrume heben und umlegen. Damit sind die Wurzeln der Unkräuter abgerissen und stehen nach oben, um auszutrocknen. Unter den Zeilen bleibt es so verhältnismäßig Unkraut frei.

Auf biologische Weise.

In den Zeilen wird durch das Walzen zwar alles platt gedrückt, die Kräuter können sich davon aber erholen. Schon ein paar Tage später blüht wieder alles, weil aus den Blattachsen neue Blüten wachsen. Durch eine immer dicker werdende Mulchschicht wird der Boden bedeckt und beschattet, Humus bildet sich von den abgestorbenen Pflanzenteilen. Dadurch hält sich das wertvolle Wasser länger im Boden und es wird nährstoffreiche Erde gebildet und festgehalten ohne durch Regen und Wind verloren zu gehen.


Durch das günstige Wetter begann schon Mitte Juni die Traubenblüte und endete auch innerhalb einer Woche.



Das ist sehr günstig, so können alle Trauben in einem Vegetationsstadium weiter wachsen.

Während all dieser Zeit muss unermüdlich, immer wieder das Blattwerk in die Drähte gefädelt und Blätter entfernt werden, denn der Pflanzenschutz ist unsere Versicherung für eine gute Ernte und guten Wein!


Jetzt im Juli sind die Beeren schon erbsengroß und beginnen sich als Trauben zu „schließen“. Das Laub hat den obersten Draht überwachsen und wir können mit dem Laubschneider die Zeilen in Form bringen.

Bei manchen Weinbergen wird durch die sogenannte „Wickeltechnik“ der Wuchs der Beeren etwas verlangsamt. Hierbei werden die langen Triebspitzen um den obersten Draht der Anlage gewickelt.



So liebe Rebstockpaten, für diesmal war es das was ich zu berichten weiß. Beim nächsten Infobrief werden die Trauben dann wohl schon essbar sein.