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Wenn der Wein blüht...


4 Wochen sind vergangen, seit wir uns das letzte Mal aus dem Winzerhof Baumann in Dertingen gemeldet haben. Die Weinberge sind inzwischen kaum wieder zu erkennen.


Die Reben leisten Höchstarbeit, denn in dieser Zeit sind die Austriebe von der Knospe zu langen Trieben mit deutlich sichtbaren Traubengescheinen, angewachsen. Die Traubenblüte ist in vollem Gange.



Und wie jedes Jahr um diese Zeit, darf der Winzer quasi keine Arbeitspause einlegen.

Warum? Fragen Sie bestimmt, die Trauben sind doch noch gar nicht reif?....


„Ja“: sagen wir, denn jetzt wird der Grundstock zur Entwicklung der Trauben, unserer nächsten Ernte angelegt.


In den letzten vier Wochen haben wir:

- Die Frostruten abgeschnitten:

Gott sei es gedankt, es gab keinen nennenswerten Frost

- Die Doppeltriebe mussten ausgebrochen werden

- Die immer länger werdenden Triebe in die Spalierzeile eingeflochten werden.

- Jetzt werden die eigens dafür gezogenen Doppeldrähte wieder eingehängt

- Diese halten die längeren Triebe aufrecht, denn die Triebe sollen natürlich nach oben wachsen, nicht in die Zeilengasse. Denn dort würden die empfindlichen jungen Triebe nur stören.

- Anfang Mai gab es Niederschläge und dadurch Morgentau. Das führt unweigerlich zu Pilzinfektionen. Diese sind überall, in der Luft, im Boden und an den Pflanzen.

- Gegen den Krankheitsausbruch müssen wir angehen, denn sonst werden erst die Blätter und später die Trauben krank und entwickeln ich im schlimmsten Fall nicht mehr weiter.

- Dieser Vorgang würde begünstigt, wenn die Triebe in die Zeile wachsen und einen Tunnel bilden, statt nach oben ins Drahtgerüst.

- Ein zweiter Grund, warum die Triebe nicht in Richtung Zeilengassen wachsen sollen:

Wir müssen beim Pflanzenschutz mit dem Traktor durch die Zeilen fahren und die Triebe würden abgerissen werden.

- Neben dem Pflanzenschutz mit biologisch zugelassenen Mitteln, brauen wir auch dieses Jahr wieder unterschiedliche „Tees“.

- Dafür benutzen wir z. B. gesammelte Brennnesseln, Löwenzahnblüten, Ackerschachtelhalm usw.

- Diese Tees werden ebenfalls in die Brühe eingearbeitet und sollen die unterschiedlichen Schadpilze in Schach halten.



Sie sehen bzw. lesen, es gibt allerhand Handarbeit zu leisten. Jeden Tag von Stock zu Stock und Zeile für Zeile, in den ganzen 6 Hektar Rebfläche, die wir zu bearbeiten haben.

Deshalb gibt es im Moment kaum Arbeitspausen. Von morgens um 6 Uhr bis es dunkel wird.


Der Boden in den Zeilen, will natürlich auch gepflegt werden.

Die Einsaat hat sich gut entwickelt, währen der Phase, in der im Boden noch genügend Frühjahrsfeuchtigkeit vorhanden war.


Zuletzt stand es zum Teil hüfthoch und muss gewalzt oder bis auf 20 cm abgemulcht werden.

Der Grünmulch oder die umgewalzten Pflanzen bilden mittlerweile eine gute Grünschicht auf dem Boden und der Boden wurde in den letzten Jahren erheblich verbessert.

- Die Begrünung beschattet den Untergrund

- Dadurch verdunstet nicht so viel Wasser aus dem Boden, was gerade bei heißen Temperaturen sehr wichtig ist.

- Wenn Regen fällt, dann fällt er nicht so hart auf den ausgelaugten Boden, sondern federt in den Pflanzen ab und versickert langsamer im Boden

- So geht quasi kein Regentropfen verloren.



Und schon sind wir wieder bei unserem Problemthema, Wetter.

Wir warten schon wieder sehnsüchtig auf Regen, die Natur hat die Reserven aus dem Frühjahr schon fast verbraucht. Man sieht dass die Begrünung in der Zeile schon langsam trockener wird und langsamer wächst.

Doch in den vergangen Tagen haben sich Gewitter angekündigt und jeder Winzer schaut nach den Wolken.

Einerseits wünscht man sich die Regenwolken herbei, andererseits…

Kamen in einigen Nachbargemeinden die Gewitter als Katastrophe vom Himmel. Mit Hagelschauern und Windböen, sodass so manche Ernte schon vorbei ist, denn es ist alles platt gemacht.

In Dertingen haben wir wie durch ein Wunder nur die Ausläufer der Gewitter abbekommen und dafür auch ganz minimal Regen abbekommen.

Es bleibt weiter trocken und windig, dafür hängen unsere Trauben noch am Stock und dürfen weiterwachsen.

Nur an einem Teil unsere Weinberge gab es Schäden, die abgerissenen Triebspitzen versprechen leider noch mehr (Hand-) arbeit, denn diese wachsen in den Blattachsen, in alle Richtungen, nach.


So, Ihr Lieben, für diese Mal habe ich genug erzählt:


Die Rebe ist ein Sonnenkind – sie liebt den Berg und hasst den Wind


Ihr wollt mal aus nächster Nähe unseren Alljährlichen Krimi erleben?

Wir freuen uns auf Euren Besuch bei uns auf dem Winzerhof Baumann in Dertingen.


Ihr seid auch herzlich eingeladen, mal für ein paar Stunden im Weinberg zu mitarbeiten.

Ihr werdet sehen, wenn Ihr Euch mit einem Glas Wein danach belohnt, schmeckt dieser noch viel besser und bewusster als sonst.


Kleine Ausschau auf unsere künftigen Veranstaltungen:


- 30.06.-02.07.2023 findet wieder das „Schöpple“ in Wertheim statt

- 09.07.2023 ist wieder das „Daddinga Weipfadla“ ab 11.30 Uhr



Bis bald, dann gibt’s noch mehr Termine.

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